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Reel · Wissen · Salmsee

Warum die heiße Badewanne nach dem Eisbaden gefährlich ist

Warum eine heiße Badewanne nach dem Eisbaden gefährlich ist: Was der Körper im kalten Wasser macht, und woran du merkst, dass es Zeit zum Aussteigen ist.

Fetzy sitzt im Eis, als er diese Frage beantwortet. Sie kommt nach fast jedem Workshop: Was mache ich danach? Die naheliegende Antwort wäre die heiße Badewanne. Genau die ist die gefährlichste Option.

Was der Körper im kalten Wasser macht

Sobald du im kalten Wasser bist, zieht sich der Körper zusammen: In den Extremitäten macht er die Gefäße zu, in der Körpermitte macht er sie auf. Diese zentralisierende Wirkung hat einen einfachen Zweck. Die Organe sollen warm bleiben, Arme und Beine sind zweitrangig.

Das Blut in Armen und Beinen kühlt dabei deutlich stärker aus als der Rest. Sagen wir als Hausnummer 32 Grad in den Extremitäten, während die Körperkerntemperatur schon auf etwa 35 Grad gefallen ist. Solange die Gefäße eng bleiben, bleibt dieses kalte Blut, wo es ist.

Warum die Badewanne gefährlicher ist als die Sauna

Wasser leitet Wärme anders als Luft: eine andere Leitfähigkeit, eine andere Diffusionsdichte, schlicht mehr Moleküle, die an deiner Haut anliegen. Deshalb wirkt eine warme Badewanne viel schneller und viel tiefer als eine Sauna bei nominell höherer Temperatur.

In der Wärme macht der Körper die großen Schleusen wieder auf. Das kalte Blut aus Armen und Beinen schießt in die Körpermitte, die ohnehin nur noch 35 Grad hat. Damit rutschst du schnell unter 34 Grad, und ab dort spricht man von Unterkühlung. Die Folge ist im harmlosen Fall stundenlanges Zittern, im ernsten Fall mehr als das.

Wenn es warm wird, ist das ein Warnsignal

Der heikelste Teil daran: Unterkühlung fühlt sich ab einem gewissen Punkt nicht mehr kalt an. Unter etwa 32 Grad hört das Zittern auf und es wird einem wieder warm. Genau deshalb findet man erfrorene Bergsteiger, die sich vorher ausgezogen haben.

Daraus stammt eine finnische Faustregel, die Fetzy gerne weitergibt. Wenn du im Eiswasser sitzt und es wird dir warm, dann ist das kein Zeichen, dass du gut trainiert bist. Dann ist es Zeit, rauszugehen.

Was das für deinen nächsten Eisgang heißt

  • Nach dem Eisbaden nicht in die heiße Badewanne und nicht unter die heiße Dusche.
  • Von außen trocknen und anziehen, von innen durch Bewegung warm werden. Langsam statt schnell.
  • Wärmegefühl im kalten Wasser ist ein Signal zum Aussteigen, kein Fortschritt.
  • Nachzittern ist normal und darf eine Weile dauern.

In jedem Workshop wird genau das angeleitet: wie lange, wie kalt, und vor allem was danach passiert. Eisbaden ist nichts, was man sich allein aus einem Video beibringen sollte.